1. Lüneburger Streuobstwiesentagung – Ein Rückblick.

Michael Ruhnau beim Einführungsvortrag zur 1. Lüneburger Streuobstwiesentagung.

Bei schönstem Sonnenschein trafen sich am Samstag, 21. Mai 2011, rund 50 am Thema Streuobstwiesen Interessierte sowie Mitglieder des Lüneburger Streuobstwiesen e. V. zur 1. Lüneburger Streuobstwiesentagung an der Leuphana Universität Lüneburg. Die Tagung wurde u. a. in enger Kooperation mit dem Heinrich-Böll-Haus Lüneburg und dem Externer Link SCHUBZ Umweltbildungszentrum der Hansestadt Lüneburg ausgerichtet und bot den Teilnehmenden ein breites Themenspektrum rund um Obstgehölze und Streuobstwiesen.

Den Einführungsvortrag hielt Externer Link  Michael Ruhnau, 1. Vorsitzender des deutschen Externer Link  Pomologen-Vereins e. V., der mittels Dias anschaulich von der Geschichte der Obstkultur und dem vielfachen Nutzen der Obstgehölze berichtete. So begleiten Obstbäume den Menschen als Kulturpflanzen schon seit Jahrhunderten und spenden ihm Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen und Quitten. Michael Ruhnau stellte auch einige traditionelle norddeutsche Sorten mit ihren besonderen Eigenschaften vor.

In der sich anschließenden Pause konnten sich die Teilnehmenden bei Kaffee, leckerem Kuchen und Externer Link Voelkel-Säften kennenlernen und austauschen. Die gemeinsame Informationsbörse des Vereins, der Kooperationspartner und Referenten mit reichhaltig bestücktem Büchertisch lud zum Stöbern und Schmökern ein. Hier konnte man sich auch über das Projekt Externer Link „Streuobstwiesen-Kataster für Niedersachsen" des Externer Link „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Niedersachsen e. V." informieren, welches wie diese Tagung von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert wird.

Die sich anschließenden vier Workshops boten Informationen und Aktionen für ganz unterschiedliche Interessensschwerpunkte. In Workshop 1 „Anlage, Pflege und Erziehung von Obstbäumen auf Streuobstwiesen" vermittelte Dieter Schröder, Natur- und Landschaftspfleger aus Bleckede, ganz praktisch, worauf bei der Pflanzung und Pflege eines Obstbaumes geachtet werden sollte, und zeigte wie Pflanz- und Erziehungsschnitte durchzuführen sind. Dieser Workshop war im wahrsten Sinne ein „Workshop", denn die rund 15 Teilnehmenden übten sich kräftig z. B. beim Pflanzloch ausheben und durchführen von Erziehungsschnitten an den Bäumen im Biotopgarten der Universität.

Ihre Erkenntnisse direkt umsetzen können zukünftig auch die Teilnehmenden des 2. Workshops „Regionale Obstsorten erhalten durch Veredelung“. Referent und Vereinsmitglied Eberhard Parnitzke aus Dahlenburg erläuterte anschaulich die unterschiedlichen Veredelungsmethoden wie Kopulation, Spaltpropfen und Okulation, die dann auch praktisch erprobt werden konnten.

Ein ganz anderes Themengebiet bot sich den Teilnehmenden in Workshop 3 „Apfel in Mythologie, Brauchtum und Heilkunde – und in der unmittelbaren Begegnung“. Hier konnten sie sich unter Anleitung von Svenja Zuther, Diplom Biologin und Heilpraktikerin aus Bohndorf, dem Wesen des Apfelbaums nähern, seine Eigenschaften und Fähigkeiten erspüren sowie seine heilsamen Kräfte kennen lernen, um den Apfel beim nächste „Biss“ noch mehr Wert zu schätzen.

Der 4. Workshop „Es kribbelt und krabbelt, flattert und zwitschert auf der Streuobstwiese" richtete sich schließlich an Erwachsene und an Kinder. Die Referentinnen des SCHUBZ Jutta Gößlinghoff, Ursula Landmann und Magda Schumacher vermittelten Informationen und Anregungen rund um das Thema „Lebensraum Streuobstwiese“. Während die Erwachsenen an den im Biotopgarten aufgebauten Stationen u. a. ganz spielerisch erfuhren, welche Tierarten auf Streuobstwiesen vorkommen können und welche Bedeutung sie im Nahrungskreislauf haben oder aus welcher Raupe sich welche Schmetterlinge entwickeln, bauten die Kinder begeistert aus unterschiedlichen Materialien Nisthilfen für Insekten und Wildbienen.

Im abschließenden Forum wurden die Ergebnisse aus den Workshops zusammengetragen und festgestellt, dass diese gelungene Veranstaltung auf jeden Fall wiederholt werden sollte. Ein paar Fotos unter Fotogalerie veranschaulichen den Ablauf der Tagung.

Das Tagungsprogramm finden Sie hier.